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Zur Forschungsgeschichte

Die bisherigen Forschungen zum Poblicius-Grabmal sind durch Dokumentationen und Literaturbeiträ-ge belegt. Dabei muss unterschieden werden zwischen:

a )  Zusammenhängenden Forschungen, die im Detail alle Forschungsthemen, wie Standort,         Inschrift, Statuen, Lucius Poblicius, Reliefs, Datierung, Aufbau, Zerstörung  und  Funddoku-             mentation einschließen

    ….und den

 
b)  Forschungen zu Einzelaspekten, die Ausgräber, Historiker und Facharchäologen im Rah-        men eigener Themenkreise und Veröffentlichungen untersuchten oder zum Vergleich heranzo-         gen.
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       Hier vorgestellt werden:
 
  Die zusammenhängenden Forschungen
  Sie lassen sich auf acht Zeiträume eingrenzen:

 
1965 bis 1971       Forschungen von Josef Gens mit Funddokumentationen und insgesamt vier
                                   Rekonstruktionsversuchen; teilw. publiziert; komplett im Archiv des  RGM.
 
 
1967 bis 1971         Forschungen von Prof. Heinz Kahler, publiziert 1970 in „Antike Welt“
 
 
1972 bis 1974          Forschungen von Dr. Gundolf Precht, publiziert 1974 in „Das Grabmal des
                                    Poblicius“
 
2006 bis 2013          Forschungen von Josef Gens, publiziert im Buch „Grabungsfieber“ 2013
 
 
2014 bis 2017         Forschungen von Dr. Hermann Krüssel und Josef Gens, publiziert in Pro
                                    Lingua Latina, Heft 16, 2015 …und im Buch „Das Poblicius-Denkmal -
                                    Köln  in augusteischer Zeit“  2017.

2016 und 2017        Forschungen von  Dr. Hermann Krüssel und Josef Gens, publiziert in Pro
                                      Lingua Latina, Heft 20, 2019
 
  2017 und 2018         Forschungen von Josef Gens, publiziert in Pro Lingua Latina, Heft 19, 2018

   2020 bis 2024        Forschungen von Josef Gens, publiziert in Pro Lingua Latina, Heft 25, 2024

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1965 bis 1971 Forschungen Gens


Schon während der Ausgrabung begann die Forschungsgeschichte zum Poblicius-Grabmal mit der Erstellung der Funddokumentation, der Rekonstruktion von einzelnen Reliefdarstellungen und dem ersten Rekonstrukionsversuch für das gesamte Grabmal.

Die exakte Vermessung der 70 Fundquader, die fotographische und zeichnerische Erfassung aller Reliefdetails, die Beschreibung von Quadertypus, Qualität der Relief-Ausarbeitung, Farbresten und eindeutig zuzuordnenden Anschlussquadern war für uns Ausgräber der Schlüssel für die Vervollständigung und Rekonstruktion einzelner Reliefdarstellungen und ermöglichte mir einen ersten, wenn auch noch mit vielen Fragezeichen versehenen, Rekonstruktionsversuch für das gesamte Grabmal.

Im Schaufenster des Verkehrsamtes entdeckte ich im März 1968 eine kleine Statue aus den Depotbeständen des Römisch-Germanischen Museums. Diese ca. 90 cm hohe Statue ohne Kopf war schon 1884 am Chlodwigplatz gefunden worden und zeigte eine verblüffende Übereinstimmung in der Gewandfaltung mit einer von uns gefundenen, fast lebensgroßen Frauen-Statue. Ein von uns am Chlodwigplatz gefundener Kopf, den ich am Folgetag auf diese kleine Statue aufsetzte, fügte sich millimetergenau  in die Bruchstelle am Hals.

                               Zeitungsartikel des Kölner Stadtanzeiger vom 21 März von 1968


Damit war der Beweis geführt, dass bereits im Jahr 1884 und in den Jahren davor Quader des Poblicius- Grabmals am Chlodwigplatz gefunden wurden. Als ich den Leiter des Römisch-Germanischen Museums, Professor Dr. Otto Doppelfeld darauf ansprach, verwies er auf drei weitere vor 1885 gefundene Quader, die in der Ausstellung „Römer am Rhein" neben den von uns als Leihgabe zur Verfügung gestellten Quadern ausgestellt waren.

Bei den anschließenden Recherchen stieß ich in der Fachliteratur auf weitere Quader des Poblicius- Grabmals, die 1884 und 1886 in das Bonner Landesmuseum gelangt waren.
Am 16.07.1968 bestätigte mir das Landesmuseum Bonn die Zugehörigkeit von insgesamt 14 weiteren Quadern zum Poblicius-Grabmal, die zwischen 1884 und 1886 aus Köln angekauft, in den Besitz des damaligen Bonner Provinzial-Museums gelangt waren.



Im Jahr 1967 richtete sich mein Interesse – auch durch entsprechende Hinweise durch Professor Kähler - auf den Typus der Pfeilergrabmäler.

Mit dem inzwischen vergrößerten Quaderfundus ( 70 Quader aus der Funddokumentation Gens 1965 bis 1967 und insgesamt 21 wiederentdeckten Fundquadern aus der Zeit 1884 bis 1886 ) erstellte ich im August 1968 meinen zweiten Rekonstruktionsversuch.
Im  Jahr 1969 ergaben sich für mich neue Erkenntnisse im Hinblick auf den Aufbau des Grabmals, die ich in einem dritten Rekonstruktionsversuch dokumentierte.

Im Jahr 1971 erstellte ich eine vierte Rekonstruktion, die als Erste, der bis dahin veröffentlichten Rekonstruktionen nicht nur die Außenansicht des Grabmals zeigte, sondern zusätzlich zeichnerische Schnitte durch jede einzelne Quaderlage, womit eine exakte Zuordnung der bis dahin gefundenen Quader möglich wurde.
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1967 bis 1971  Forschungen Kähler

 
Nachdem wir im Jahr 1967 mit unseren Funden an die Öffentlichkeit gegangen waren, war Professor Dr. Heinz Kähler, Ordinarius für Altertumsforschung und Leiter des Archäo-logischen Institutes der Universität Köln einer unserer Dauergäste, mit dem wir intensive Gespräche über unsere Funde führen konnten.


Er berichtete u. a., dass er 1938 in der Literatur auf einige der zwischen 1884 und 1886 am Chlodwigplatz gefundenen Quader gestoßen war und damit bereits 1938 eine Rekonstruktion des damals noch unbekannten Grabmals erstellt hatte.


Nach intensiven Recherchen zu unseren Neufunden veröffentlichte Professor Kähler 1970 in der Zeitschrift „Antike Welt“ einen Fachbeitrag über das Poblicius-Grabmal und stellte darin einen neuen Rekonstruk-tionsversuch vor.



Die Rekonstruktion von Professor Dr. Heinz  Kähler, Antike Welt, (4) 1970
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1972 bis 1974 Forschungen Precht

Ende 1970 wurden unsere 70 Fundquader von der Stadt Köln für den Neubau des Römisch-Ger-manischen  Museums angekauft, nachdem wir Ausgräber uns mit der Forderung durchgesetzt hatten, die Fundquader nicht – wie ursprünglich geplant - als Kollage an den Wänden des neuen Museum zu verteilen, sondern es als dreidimensionales Bauwerk neu zu errichten. Dies war mit unseren 70 Fund-quadern, mit 21 zwischen 1884 und 1886 gefundenen Quadern, sowie weiteren Quadern aus dem Museumsfundus möglich.

Da Professor Kählers Rekonstruktion schon bei der Umplanung des Museums als unumstößliche Prämisse zugrunde gelegt worden war, waren dem jungen Bauforscher Dr. Gundolf Precht, der mit dem Wiederaufbau des Poblicius-Grabmals im neuen Römisch-Germanischen Museum betraut wurde, für Aufbau und Gliederung des Bauwerkes extrem enge Grenzen gesetzt.

Zudem beanspruchte Dr. Gundolf Precht 1972 vermeintlich neue Erkenntnisse zu bereits 1884 am Chlodwigplatz gefundenen Quadern des Poblicius Grabmal für sich, die nachweislich schon 1968 durch meine Forschungen mit dem Rheinschen Landesmuseum Bonn dokumentiert waren.



Als das neue Römisch-Germanische-Museum dann 1974 eröffnet wurde, war das rekonstrierte Poblicius-Grabmal, mit einer Höhe von 15 Metern, neben dem Dionysos-Mosaik einer der Hauptanziehungspunkte.

Schon bald nach Eröffnung des Museums gab es bezogen auf die Rekonstruktion des Poblicius-Grabmals durch Dr. Precht erste kritische Stellungnahmen aus dem Kreis der Fach-Archäologen. Diese Kritik bezog sich nicht auf die Konzeption des Baukörpers, denn der von Professor Kähler vorgegebene, dreigeschossige Aufbau des Grabmals war damals noch unstrittig und von Precht übernommen worden.

In Frage gestellt wurden deshalb nur einzelne Quader-zuordnungen, die Dr. Precht während der Wiederaufbauphase vorgenommen hatte, so zum Beispiel die Aeneasgruppe auf der Grabmalsspitze, die zeitlich 200 Jahre später zu datieren war; ein in der Rekonstruktion verbauter Architrav, dessen Fundort Arnoldshöhe und nicht Chlodwigplatz war, sowie weitere Quader, bei denen eine Zugehörigkeit zum Poblicius Grabmal in Zweifel gezogen wurde.

                                        

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2006 bis 2013 Forschungen Gens

Mit meiner Pensionieung im Jahr 2006, nach über 40 Jahren Berufstätigkeit mit streng technischer Orientierung, nahm ich meine Forschungstätigkeiten zum Poblicius-Grabmal wieder auf.

Schwerpunkt dieser Forschungen war:

1.   Die Suche nach weiteren, eventuell in der Zeit zwischen 1884 und 1886 gefundenen Quadern des Grabmals in den Bibliotheken der Universität Köln und des Archäologischen Institutes der Universität Köln, sowie in den Bibliotheken, Archiven und Depots des Rheinischen Landesmuseum Bonn und des Römisch-Germanischen Museums in Köln.

2.  Die erneute Überprüfung aller bisherigen, sowohl eigenen als auch fremden Rekonstruk-tionsversuche in Bezug auf die Konzeption des Baukörpers und die Vergitterung des Obergeschosses.   
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Zu 1.   Basis für die Quadersuche in der Zeit vor 1890 war das intensive Studium der zwischen 1885 und 1910 erschienen Forschungsberichte der Archäologen Hans Lehner, Joseph Klinkenberg und Heinrich Düntzer. Die strukturierte Arbeitsweise von Professor Hans Lehner mit einer konsequenten Nummerierung aller Fundstücke aus dem Bereich der Kölner Südstadt war bei der Erstellung von Übersichten mit weiteren, möglicherweise zum Poblicius-Grabmal gehörenden Quadern sehr hilfreich. Diese Übersichten dokumentierte ich in zahlreichen Excel-Dateien.

Im Juni 2007 stieß ich auf die vom Archäologischen Institut der Universität Köln geführte Arachne Datei, die ich in den Folgemonaten mit Texten und Fotos aus der 1967 und 1968 erstellten Gens-Funddokumentation von ursprünglich 94 Quader-Datensätzen zum Poblicius-Grabmal auf 121 Quader-Datensätze ergänzen konnte. Alte und neue Datensätze wurden parallel zur Arachne–Datei in mehreren Excel-Datei dokumentiert und mit digitalisierten Fotos der 70 Fundquader aus den Jahren 1965 bis 1967 dem Archäologischen Institut am 24.11.2008 für zukünftige Forschungsarbeiten zur Verfügung gestellt.

 
Bei der Sichtung der Inventarbücher des Landesmuseum Bonn und des Römisch-Germanischem Museum Köln aus der Zeit zwischen 1850 und 1900 wurde ich auf zahlreiche Fund-Quader aus dem Bereich der Südstadt aufmerksam, deren Zugehörigkeit zum Poblicius-Grabmal und dessen Nachbarbauten noch geprüft werden muss.



In den Depots des Römisch-Germanischen Museums Köln konnte ich auf Basis von Inven-tarbuchbeschreibungen, Reliefdarstellungen und Quaderabmessungen Steinquader und Fragmente ausfindig machen, die unzweifelhaft dem Poblicius-Grabmal zuzuordnen sind, dort aber 1974 beim Aufbau des Grabmals unberücksichtigt blieben und nicht verbaut wurden.
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Zu 2.   Bei allen Rekonstruktionsversuchen (vier Versuche Gens, zwei Versuche von Professor Kähler, sowie je ein Versuch von Dr. Precht und von Dr. Adrikopoulu- Strack) blieb die Vergitterung der Säulenhalle des Obergeschosses (Aedikula ) weitesgehend unberücksichtigt.

Gegenüber allen anderen Rekonstruktionsversuchen hatte ich bei meinen letzten Ausführungen der Vergitterung des Obergeschosses durch eine geänderte Platzierung der Statuen auf 60 cm hohen Sockeln, in Nischen der Aedikula-Rückwand Rechnung getragen.

Dies geschah aufgrund der Erkenntnis, dass die Gesamthöhe der dritten, vierten und fünften Quaderreihe der Aedikula exakt mit der Höhe der Modestus-Statue übereinstimmte.

Mit dieser erhöhten Platzierung wären die Statuen hinter einer Vergitterung noch sichtbar.  

Natürlich ergab sich mit der auch von allen Facharchäologen erwähnten, aber nicht berücksichtigten Vergitterung, die Frage nach der einstigen Höhe des Grabmalssockels, da eine Vergitterung als Schutz oder Zugangssperre in 6 - 7 Metern Höhe wenig sinnvoll erscheint.

Details meiner diesbezüglichen Forschungsarbeiten sind im Buch "Grabungsfieber" und auf dieser Webseite unter der Rubrik "Zum Aufbau" unter der Überschrift "Rekonstruktion 2009" nachzulesen.                                            
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2014 bis 2017 Forschungen Krüssel / Gens

Die Forschungen, die ich seit September 2014 gemeinsam mit dem Philologen Dr. Hermann Krüssel durchgeführt habe, können in den Rubriken dieser Webseite nur ansatzweise aufgeführt werden. Im Detail sind die neusten Forschungen in unserem Buch:
"Das Poblicius - Denkmal Köln in augusteischer Zeit" nachzulesen.
Das hier angefügte Inhaltsverzeichnis des Kapitel II dieses Buches vermittelt einen Eindruck über die Themenbereiche und den Umfang dieser Forschungen:

II. Die neuen Forschungsergebnisse zum Poblicius-Denkmal

1. Zur Inschrift                                                                                                                                                                   39
1.1 Die Grabkultur im alten Kampanien                                                                               39
1.2 Grabinschriften                                                                                                                    41
1.3 Rekonstruktion der Poblicius-Inschrift                                                                            44
1.4 Die Verfügung zum Grabmal                                                                                            51
1.4.1 Verfügungen zum Grabmal in der Antike                                                                    51
1.4.2  Bestimmungen in der Inschrift des Poblicius-Denkmals                                          52

2. Lucius Poblicius (die Statue)                                                                                               53
2.1 Rekonstruierung der Poblicius-Statue                                                                             54
2.2 Die Toga praetexta                                                                                                              58
2.3 Der Calceus equester                                                                                                          63
2.4 Ein Scrinium                                                                                                                         64
2.5 Fingerringe                                                                                                                           66
2.6 Eine Mappa                                                                                                                          68

2.   Lucius Poblicius (der Soldat)

2.7 Der Veteran                                                                                                                           70
2.8 Die fünfte Legion der Alauden                                                                                          74
2.9 Noch eine fünfte Legion                                                                                                      77
2.9.1 Fünfte Legionen ohne den Beinamen Alauda                                                              77
2.9.2 Das Ende der legio V Alaudae                                                                                        80
2.9.3 Weitere Inschriften von Veteranen der legio V Alaudae                                             81
2.10 Der Kantabrisch-Asturische Krieg                                                                                   85
2.11 Emerita Augusta – eine Veteranenansiedlung                                                               93

Lucius Poblicius (Herkunft, Selbstdarstellung)

2.12 Die römische Tribus, zu der Lucius Poblicius gehörte.                                               96
2.13 Römisches Bürgerrecht und römische Namensgebung                                            100

Lucius Poblicius (die Familie)

2.14 Lucius Poblicius als Mitglied der römischen gens Poblicia:
       Typische familiäre Gemeinsamkeiten und persönliche Eigen-
       schaften gemäß seiner Selbstdarstellung auf dem Kölner Denkmal                       103
2.14.1 Zur Geschichte der gens Poblicia von der republikanischen Zeit
          (3.-1. Jhd. v. Chr.) bis zur Kaiserzeit                                                                          103
2.14.2 Ältere Angehörige der gens Poblicia als mögliche Vorbilder für
          Lucius Poblicius und sein Monument in Köln                                                         104
2.14.2.1 Die vier Poblicii mit dem gemeinsamen cognomen Malleolus                          104
2.14.2.2 Gaius Poblicius Bibulus                                                                                            108
2.14.3 Auswirkungen auf die Interpretation des Poblicius-Denkmals:
          Traditionelle Elemente und individuelle Merkmale der Selbst-
          darstellung des Lucius Poblicius                                                                                111
2.14.4  Einführung der Floralia durch einen Vorfahren des Lucius Poblicius               113
2.15 Die Herkulanerinnen – Idealbild römischer Frauen 115
2.16 Was unterscheidet die Kleine von der Großen Herkulanerin?                                 118
2.17 Die große Frauenstatue vom Chlodwigplatz                                                              120
2.17.1 Typus und dargestellte Person                                                                                   120
2.17.2 Wen stellt der lebensgroße weibliche Torso dar?                                                     122
2.18 Die kleine Frauenstatue vom Chlodwigplatz                                                              124
2.18.1 Typus und dargestellte Person                                                                                   124
2.18.2 Wen stellt die kleine weibliche Statue dar?                                                               126
2.19 Die Lebenden                                                                                                                    128
2.20 Lucius Poblicius Modestus                                                                                             129
2.21 Das Grab der reichen Frau                                                                                             134

3. Zu den Reliefs

3.1 Die personenbezogenen Reliefs                                                                                       136
3.1.1. Die Waffenfriese                                                                                                             136
3.1.1.1. Entdeckungen auf dem Poblicius-Denkmal                                                           136
3.1.1.2 Der Ursprung der Gladiatorenspiele                                                                        141
3.1.1.3 Gladiatorengattungen                                                                                                 142
3.1.1.4 Lucius Poblicius‘ Verbindung zu den Gladiatorenspielen                                    147
3.1.2 Beliebtheit durch Ausrichtung von Spielen                                                                147
3.2 Die mythologischen Reliefs                                                                                              149
3.2.1 Zum Dionysoskult allgemein                                                                                        149
3.2.2 Der griechische Dionysoskult                                                                                       149                  
3.2.2.1 Dionysos in der griechischen Literatur:  Euripides’ Bakchai                                154
3.2.3 Der römische Dionysoskult                                                                                           155
3.2.3.1 Dionysos in der römischen Literatur: Catull, Vergil, Horaz,Ovid
3.2.4 Mysterienkulte                                                                                                                 161
3.3 Dionysos oder Apollo                                                                                                        163
3.3.1 Augustus als Schützling des Apollo                                                                             163        
3.3.2 Marcus Antonius als Zweiter Dionysos                                                                       163
3.3.3 Lucius Poblicius  – sozialisiert durch den Dionysoskult                                           165
3.4. Dionysos und Poblicius                                                                                                    167
3.4.1 Dionysische Spuren am Poblicius-Denkmal                                                               167
3.4.2 Gründe für die Präsentation des Dionysos-kultes                                                     171
3.5. Die Tritonen                                                                                                                       173
3.6 Pflanzen auf den Reliefs und ihre Symbolik                                                                  174

4. Zum Aufbau des Grabmals                                                                                                176
4.1 Die Quadersuche                                                                                                               176
4.2 Die Höhe des Grabmals                                                                                                   177
4.3 Die Aedikula                                                                                                                      180
4.4 Die römischen Steinbrüche – Begehrter Kalkstein aus Lothringen                           181

5. Zum Fundort und Standort                                                                                                182
5.1 Vier Thesen zum Einsturz                                                                                                183
5.2 Zwei Grabmäler                                                                                                                 186

6. Zur Datierung                                                                                                                      187
6.1 Datierungskriterien anhand der Statuen                                                                       188
6.1.1 Datierung über den Faltenreichtum der Gewänder                                                 188
6.1.2 Datierung über die Drapierung  der Gewänder – Sinus und Umbo                     189
6.1.3 Datierung über die Haartracht der Statuen                                                               194
6.2 Datierungskriterien anhand der Inschrift – das Cognomen                                      195
6.3 Datierungskriterien anhand der Bau-Ornamentik                                                      197
6.4 Datierungskriterien anhand vergleichbarer Grabbauten                                           199
6.5 Zusammenfassung Datierung                                                                                        202
6.6 Datierung über die Radiokarbonmethode C14                                                            203
6.7 Die Lebenszeitachse des Lucius Poblicius                                                                    210
    
7. Ein Grabmal für die Ewigkeit                                                                                           213
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2016 und 2017 Forschungen Krüssel / Gens
zur Statue von Burtsscheid - im Vergleich mit den Statuen des Poblicius-Grabmals.

Wegen ihrer überragenden Bedeutung für die römische Geschichte Aachens erhielt das Centre Charle-magne vor Jahren einen sehr qualitätvollen Abguss der Statue von Burtscheid, deren Original im Landesmuseum Bonn zu sehen ist.

Die vollkommen konträren Aussagen, der Archäologen Gabelmann und Sölter zu dieser Statue und den Stauten des Poblicius-Grabmals veranlasste uns im Jahr 2016 uns nochmals grundsätzlich mit der frühesten Zeit des Ortes Burtscheid und diesem herausragenden Fundstück aus der römischen Zeit Aachens zu beschäftigen.



Im Rahmen eines Vortrages bei der Gesellschaft Burtscheid für Geschichte und Gegenwart und Pro Lingua Latina im Februar 2017 konnten wir dann mit zahlreichen neuen Erkenntnissen zur Statue von Burtscheid aufwarten.

In unserem Forschungsbericht: "Neue Erkenntnisse zur Statue von Burtscheid" sind die daraus gewon-nenen Erkentnisse im Detail nachzulesen. ( Publikation in Pro Lingua Latina, Heft 20, 2019 ….und als Link unter der Rubrik „Literatur“ dieser Webseite )

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2017 und  2018 Forschungen Gens
zur Logistik und Bautechnik römischer Werkhütten - am Beispiel des Poblicius-Grabmals.

Bei allen Forschungen seit 1965 hatten die Quader-Frontseiten mit den außerordentlich qualitätvollen Reliefs im Vordergrund gestanden.

Der Bearbeitung und Ausführung der Quaderoberseiten mit Wolfslöchern, Hebellöchern und Schwalbenschwanznuten, den Quaderunterseiten mit ihren Versatzlöchern, den linken, rechten oder winklig ausgeführten Anschlussflächen mit ihren Anschlussstegen sowie den Quaderrückseiten war auch bei der Rekonstruktion durch Precht 1974 nur ungenügend  Beachtung geschenkt worden.

Dabei hätten die über 100 zur Verfügung stehenden Fundquader - 1974, vor Beginn des Wiederaufbaus im Römisch-Germanischen Museum - die einzigartige Möglichkeit einer detaillierten Untersuchung aller Nicht-Reliefseiten geboten, denn damals waren die einzelnen Quader im Depot des RGM noch frei zugänglich. Eine exakte Bestandsaufnahme - aller auf den Nicht-Reliefseiten vorhandenen Bearbeitung mit Löchern unterschiedlicher Funktion, Anordnung, Ausführung und Anschlussflächen - wäre möglich gewesen.


Im Jahr 2017 konnte ich durch Rückgriff auf die Gens-Funddokumentation, der 1967 eine detaillierte fotografische und maßliche Bestandsaufnahme aller Fundquader zugrunde lag, neue Forschungen aufsetzen.
Mein umfangreicher Fotofundus, in dem auch die Nicht-Reliefseiten der Quader im Detail dokumen-tiert sind, ermöglichte es die unterschiedliche Anordnung von Wolfslöchern und Hebellöchern zu erkennen. Die Funktion und Handhabung der Versatzlöcher ließen Rückschlüsse auf Versatzwerkzeuge und insbesondere die Versatzrichtung der Quader pro Quaderlage zu.  Zudem ließen die Verbindung der Quader über die Schwalbenschwanznuten die beim Bau des Grabmals notwendigen technischen, statischen und logistischen Aspekte erkennen und ermöglichten damit die in römischer Zeit durchzu-führenden Planungs-, Beschaffungs- und Realisierungsprozesse nach zu vollziehen.



In meinem Forschungsbericht: "Logistik und Bautechnik römischer Werkhütten" sind die daraus gewon-nenen Erkentnisse im Detail nachzulesen. ( Publikation in Pro Lingua Latina, Heft 19, 2018 ….und als Link unter der Rubrik „Literatur“ dieser Webseite )
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2020 bis 2024 Forschungen Gens
zu den Panreliefs des Poblicius-Grabmals

In den über 50 Jahren seit der Entdeckung des Poblicius-Grabmals gab es zahlreiche Veröffentlichungen, die sich mit den Pandarstellungen befassten. Meist waren es kurze Beschreibungen mit Ausführungen über die „offensichtlichen“ Charakteristika der Panfiguren, sowie deren Umfeld mit Baum und Schlan-ge.
Eine tiefergehende Befassung mit den Panreliefs, allerdings im Kontext mit allen anderen Reliefs des Poblicius-Grabmals, sowie ihrer Einordnung in die unterschiedlichen Themen- und Wirkungsbereiche des  Dionysoskult erfolgte erstmals durch Hermann Krüssel und mich ab 2015 und wurde 2017 in unse-rem Buch „Das Poblicius-Denkmal - Köln in augusteischer Zeit“ veröffentlicht. Dabei wurde von uns der Kenntnisstand niedergelegt und veröffentlicht, den wir zum damaligen Zeitpunkt erreicht hatten und im Wissen, dass weitere Forschungen, weitere Erkenntnisse zutage fördern können.

Die seit 2020 durchgeführte, detaillierte Betrachtung der Panreliefs hat zu der Frage geführt, was die beiden Pandarstellungen des Poblicius-Grabmals voneinander unterscheidet und was sie von anderen antiken Pandarstellungen unterscheidet. Dabei ging es nicht nur um Relief-Unterschiede bezüglich Qualität, Ausführung, mythologischen, stilistischen und naturnahen Elementen, sondern auch um die bis heute nie gestellte Frage, ob die beiden Pan-Reliefs des Poblicius-Grabmals eine Handlung beinhal-ten oder ein Geschehen abbilden, das als Botschaft des Lucius Poblicius an die Nachwelt verstanden werden kann.


                                          Qualitäts- und Ausführungs-Unterschiede der beiden Pan-Reliefs                                                 

In meinem Forschungsbericht: "Die Panreliefs des Poblicius-Grabmals" sind alle dazu neu gewonnenen Erkentnisse im Detail nachzulesen. ( Publikation in Pro Lingua Latina, Heft 25, 2024 ….und als Link unter der Rubrik „Literatur“ dieser Webseite )

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           Hier enden vorerst die zusammenhängenden Forschungen
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b)    Die Forschungen zu Einzelaspekten
             im Rahmen anderer Themenkreise und Veröffentlichungen sind vielfältig.
In  Köln gibt es eine Vielzahl von Bucherscheinungen zur Kölner Stadtgeschichte und Archäologie, die sich auszugsweise mit dem Poblicius-Grabmal; dort mit Einzelthemen wie zur Inschrift und zur Einord-nung des Grabmals in die Stadtgeschichte befassen.
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Bezogen auf solche Einzelaspekte sei hier eine kleine, wichtige aber fast vergessene Entdeckung aus dem Jahr 1967 noch erwähnt, die bei meiner neuerlichen Untersuchung der Quaderrückseiten wieder in den Focus rückte.
 
 
Auf der Quader-Rückseite des Waffen-Architraves Nr.2 ( siehe Gens-Funddokumentation 1967 ) ent-deckten wir damals beim Säubern des Quaders das Relief eines ca. 7 cm großen Tieres. Rechts davon treffen eine senkrechte und eine waagerechte Kerbe als rechter Winkel zusammen. Offenbar ist damit ein Podest oder Mauervorsprung angedeutet, auf das/den das Tier hinauf springt.

 
 
Bei dieser stilisierten und grob ausgeführten Darstellung handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die Übung eines römischen Steinmetzlehrlings.
Möglicherweise handelt es sich aber auch um ein Logo eines bestimmten Steinmetzen oder die Kennung der römischen Werkhütte, die das Grabmal einst erstellt hat.
 
 
Eine Entdeckung und Erkenntnis, die ohne genaue Untersuchung aller Quaderseiten durch das Gra-bungsteam verloren gegangen wäre.
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       Zusammenfassung zur Forschungsgeschichte:

Bei der Bedeutung des Poblicius-Grabmals muss es verwundern, dass es bisher nicht von Archäologen oder Historikern im Rahmen einer zusammenfassenden Forschung und Dissertation gewürdigt wurde.

Dies liegt wohl daran, dass einer der Schwerpunkte dieser Forschung eine kritische Auseinandersetzung mit der Precht-Rekonstruktion des Poblicius-Denkmals im Römisch-Germanischen Museum wäre, die schon deswegen unerwünscht ist, weil man die Arbeit eines Fachkollegen nicht in Frage stellen will.

Nach der inzwischen unstrittigen Erkenntnis, dass die am Chlodwigplatz gefundenen Quader nicht , wie von Precht beim Wiederaufbau im RGM unterstellt, einem einzigen, sondern mindestens zwei verschiedenen Grabbauten zuzuordnen sind, müßte eine Dissertation über das Poblicius Grabmal und seine Nachbarbauten auf einer unvoreingenommenen Detailbetrachtung und Zuordnung aller Fund-quader vom Chlodwigplatz und den von Peter Noelke, Nora Adrikoupolou-Strack und mir schon publizierten Fehlzuordnungen aufsetzen.

Da die meisten der Fundquader in der heutigen Rekonstruktion verbaut sind, ist diese Möglichkeit nicht mehr gegeben. Quaderdetails wie Abmessungen, Schwalbenschwanz-Verbindungen, Wolfslöcher, Löcher für Versatzwerkzeuge, Anlageflächen und Versatzmarken auf den Quaderoberflächen sind phy-sisch nicht mehr zugänglich. Reliefdetails und exakte Bruchverläufe sind teilweise durch die Beiputz-Arbeiten im Rahmen des Wiederaufbau‘s überdeckt oder durch die Distanz zum Betrachter nicht mehr erkennbar.

Über meine Foto-Dokumentation und die Foto-Dokumentation des RGM ergäbe sich noch eine Mög-lichkeit zur Überprüfung der Precht Rekonstruktion, aber diese würde dann zwangsläufig zu einem erforderlichen Umbau des Grabmals im RGM führen.

Ein solcher Umbau wird schon dadurch erschwert, dass 1974 die Rekonstruktionsarbeiten und stati-schen Sicherungen des Grabmals beim Aufbau kaum dokumentiert wurden und erst 2009 eine Liste der in der Rekonstruktion wirklich verbauten Quader durch Dr. Werner Oehnbrink ( Mitarbeiter des RGM ) aufwändig nachträglich erstellt werden mußte.

Hauptgründe gegen einen Umbau sind jedoch die Beschädigungsgefahr für das im RGM darunter liegende Dionysos-Mosaik und die Quader des Grabmals, sowie das Eingeständnis einer fehlerhaften Rekonstruktion.

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